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Reste aus der Post-End-Zeit

zettelmann zeigtE:

eingemachtes, stempeleien, arbeiterbilder

sowie mail-art-bücher im dialog mit der grenobler künstlerin anne de beaufort

16. – 30. juli 2016

eröffnung am 15. juli 20 uhr

im

bauchhund logo

schudomastraße 38 / 12o55 berlin / rixdorf / nähe s-bhf. sonnenallee

geöffnet do./fr./sa. 15-19 uhr

oder nach vereinbarung via 56 82 89 31

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BONUS: WER ZUR ERÖFFNUNG EURO-GELDSCHEINE MITBRINGT, BEKOMMT GRATIS EINEN OXI-DRUCK DARAUF
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trio-2-klein

seit dem griechischen OXI und dem unmittelbar folgenden unverblümten ausverkauf der demokratie und der menschenrechte an die neokapitalistische idee der austerität sammelt zettelmann das wort NEIN in den verschiedensten sprachen der welt, um es in radiergummies zu schnitzen und in unbegrenzter auflage zu stempeln, unter anderem auf europäische geldscheine.

seine arbeiterbilder materialisieren prekäre verschiebungen des raumgefühls im postindustriellen zeitalter. eine art landschaftsmalerei mit lackresten, leim, schleim, dreck und ofenruß auf selbst abgetragener arbeitskleidung, gespickt mit kaputtem werkzeug und gerahmt auf halbem wege zum antisymbolisch, sinnlich objekthaften.

zentraler bestandteil dieser ausstellung ist schließlich eine seit zwei jahren wachsende ansammlung von flaschen, die eine ambivalente umgangsweise zwischen konservierung und vernichtung überkommener werte manifestieren. eigene und fremde graphiken, fotos, fundstücke, landkarten, liebesbriefe, besonders gute und besonders schlechte werke der weltliteratur, notizen, flyer und andere relikte vergangener ereignisse akribisch in streifen geschnitten, gerollt, in flaschen geworfen, mit erde, wasser und anderen substanzen versetzt, um gärungsprozesse in gang zu setzen, durchgeschüttelt und schließlich verkorkt. ob mikrokosmos oder flaschenpost, zettelmann entwirft eine dystopie, in der die verweigerung jeder weltverbesserung als kleinste katastrophe für den planeten erscheinen könnte. oder macht er sich nur darüber lustig?”

(Albert Buerzli, Die Flaschenpost im Zeitalter digitaler Reproduziererei, Berlin o.J.)